Trendbericht 10

Grossenbacher Silvia: Unterwegs zur geschlechtergerechten Schule

Massnahmen der Kantone zur Gleichstellung der Geschlechter im Bildungswesen

Gleichstellung der Geschlechter ist für die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) seit den 1970er Jahren ein Thema. In regelmässigen Abständen verabschiedete die Konferenz Grundsätze und Empfehlungen zur Geschlechterthematik. Die letzte Verlautbarung, 1993 unter dem Titel «Empfehlungen zur Gleichstellung von Frau und Mann im Bildungswesen» veröffentlicht, und die von den Kantonen zur Umsetzung ergriffenen Massnahmen stehen im Zentrum eines neuen Trendberichtes der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung. Die Palette der unterschiedlichen Vorkehrungen reicht von Lehrplanvorgaben über Handreichungen für den Unterricht oder Weiterbildungsangebote für Lehrpersonen und Schulen bis hin zu Standards für die Gleichstellung. Wie die Bestandesaufnahme deutlich macht, haben die kantonalen Bildungsverwaltungen vor allem im Bereich Berufswahlvorbereitung von den Entwicklungsarbeiten der Gleichstellungsstellen profitieren können und arbeiten eng mit diesen zusammen, wenn es um Gleichstellungsfragen geht. Vor dem Hintergrund neuerer Forschungsergebnisse zum Thema Gender zeigt der Trendbericht, dass die Empfehlungen von 1993 nach wie vor ihre Berechtigung haben. Gleichstellung der Geschlechter, das ist mit PISA erneut klar geworden, ist auch im Bildungsbereich noch nicht erreicht. Um die Vielzahl und die Vielfalt der von den Kantonen getroffenen Massnahmen wirksamer zu machen, müssen sie kohärenter gestaltet und konsequent ins System der Qualtiätssicherung auf allen Ebenen eingebunden werden. Der Trendbericht liefert Hinweise darauf, wie dies im Sinne des vom Bund verfolgten Ansatzes des Gender-Mainstreaming realisiert werden könnte.

Trendbericht 10, 2006, 99 Seiten, Online-Publikation