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SKBF-CSRE Bildungsbericht 2010 DE

skbf | csre Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung 16 Sekundarstufe II Management Summary Kantone fehlt, zeigt sich, dass praktisch 50% dieser Varianz durch Unter- schiede in der Finanzkraft der Kantone erklärt werden können. Mit ande- ren Worten, «reichere» Kantone müssen sich die Inputs in die Bildung mehr kosten lassen, weil das relative Kostenniveau auch in allen anderen Berei- chen höher liegt. Dieses Bild deckt sich mit dem internationalen Vergleich, wo die Länderunterschiede beim Bruttoinlandprodukt auch rund die Hälfte der Varianz der Bildungsausgaben zu erklären vermögen. Ob sich allerdings jener Teil der Ausgaben, der nicht durch unterschiedliche Kostenniveaus er- klärbar ist, in einem Mehrwert an Bildung niederschlägt, kann auf der Basis der vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse (noch) nicht beantwor- tet werden. Sekundarstufe II In der Schweiz schaffen derzeit noch nicht ganz 90% der Schulabgängerin- nen und -abgänger aus der Volksschule auch einen erfolgreichen Abschluss auf der Sekundarstufe II. Letzterer stellt jedoch für die weitere Bildungs- und Arbeitsmarktkarriere eine wichtige Erfordernis dar. Mit diesen Abschluss- quoten ist man noch relativ weit vom bildungspolitischen Ziel entfernt, wel- ches man sich für das Jahr 2015 gesteckt hatte: eine Abschlussquote von 95% zu erreichen. Eine Betrachtung des Abschlusserfolgs auf der Sekundarstu- fe II zeigt, dass sich der Unterschied zu Ungunsten der Frauen in den letz- ten Jahren zwar stetig verringert hat, diese aber immer noch weniger häufig einen Sekundarstufe-II-Abschluss schaffen, obwohl sie beim Austritt aus der Sekundarstufe I keinerlei schulische Nachteile gegenüber den Männern aufweisen. Erreicht wurde das Ziel von 95% Abschlüssen hingegen bei den Schülerinnen und Schülern, welche in der Schweiz geboren wurden und so- mit die ganze Schulzeit in der Schweiz absolvierten, unabhängig von ihrer Nationalität. Dies legt nahe, dass bei der Gruppe der ausländischen Schüle- rinnen und Schüler, die nach ihrer Geburt in die Schweiz kamen und teils nur ein paar Jahre ihrer Schulzeit in der Schweiz verbrachten, grössere An- strengungen für einen erfolgreichen Abschluss auf der Sekundarstufe II ge- macht werden müssen. Diese Aufgabe ist sowohl eine bildungs- wie eine integrationspolitische Herausforderung. Zu relativ konstanten Anteilen wählen die Schulabgängerinnen und -abgänger auf der Sekundarstufe II berufsbildende (70%) und allgemein- bildende Schultypen (30%). Bei ersteren ist auch der Anteil der betrieblich basierten (dualen) Ausbildung recht konstant, mit annähernd 90%. Die berufliche Grundbildung zeigt sich nach der Lehrstellenkrise Mit- te der 90er Jahre in einer guten Verfassung, was die Zahl der angebotenen Lehrstellen und ihre Reaktionsfähigkeit gegenüber dem Wandel der gesell- schaftlichen und wirtschaftlichen Bedürfnisse anbelangt. Dies zeigt sich insbesondere an drei Tatbeständen: Erstens bezeichnen mit einer erstaunli- chen Konstanz über drei Viertel aller Schulabgängerinnen und Schulabgän- ger, welche sich für eine Berufslehre entschieden haben, die gefundene Lehre als Wunschlehre. Das Modell der betrieblich basierten beruflichen Grund- bildung ist mit anderen Worten in der Lage, einer deutlichen Mehrheit der Lernenden die Ausbildung ihrer Wahl zu bieten. Dieser Tatbestand ist nicht zuletzt deshalb bemerkenswert, weil im Ausland häufig argumentiert wird,