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SKBF-CSRE Bildungsbericht 2010 DE

275 Bildungsbericht Schweiz | 2010 Kumulative Effekte Der private Nutzen der Bildung on the job erworbenen Lohnvorteile 219 Private Rendite in Form zusätzlichen Lohnes pro Bildungsjahr, 2007 Daten: BFS, Berechnungen: SKBF Referenzgrösse: obligatorische Schulbildung Balken – pro Balkengruppe Rasterhäuschen à (> -zeilige Kategorienamen haben Pla – bei mehr als Balken pro Gruppe meh – bei langen Kategorienamen Diagramm machen > Kategorien nicht mehr als - – Einstellungen der Gruppenbreite gleich den Säulen > Anleitung ganz unten % % % % % % % Frauen Männer Universität Fachhochschule höhere Berufsbildung Maturität berufliche Grundbildung Männer Frauen (Arbeitserfahrung und Betriebstreue). Sie weisen so bereinigte Bildungsrenditen aus, mit welchen sich der Lohn- vorteil isolieren lässt, der sich «nur» aufgrund der formalen Bildung erzie- len lässt. Grafik 219 zeigt die auf der Basis der Schweizerischen Arbeitskräfte- erhebung (SAKE) 2007 berechneten Bildungsrenditen nach dem Modell von Mincer. Zweitens müsste bei Bildung, wenn sie als Investitionsentscheid betrach- tet wird, berücksichtigt werden, dass die Investition auch Kosten verursacht und nicht nur einen höheren Lohn. Die Kosten fallen in zwei verschiedenen Formen an: erstens als direkte Bildungskosten in Form von Semestergebüh- ren an Hochschulen, Schulmaterial, Prüfungsgebühren usw., wobei bei der mehrheitlich öffentlich finanzierten Bildung in der Schweiz diese Kosten nicht ausschlaggebend sind,1 zweitens in Form entgangener Einkommen (= Opportunitätskosten) während der Bildungszeit selbst. Ob sich eine Bil- dung auszahlt oder nicht, entscheidet sich nicht nur daran, ob man, wenn man einmal arbeitet, mehr verdient, als man es mit einer geringeren Bildung täte, sondern auch, ob man mit dem Einkommensvorteil all die einkom- menslosen Jahre während der Ausbildungszeit kompensieren kann. Berech- net man die Bildungsrenditen unter Einschluss der direkten Bildungskosten und der Opportunitätskosten nach dem sogenannten «Kosten-Nutzen-Mo- dell», dann weisen in der Schweiz insbesondere die langen Ausbildungs- gänge auf der tertiären Stufe (speziell die universitären Ausbildungen) rela- tiv tiefe Renditen auf (Wolter & Weber 2005); der pro Studienjahr an einer Universität noch erzielbare Lohnvorteil sinkt für eine Frau bei dieser Berech- nungsweise bspw. auf 2%. Nach welcher Methode auch immer man rechnet, formale Bildung schlägt sich in Einkommensvorteilen nieder. Dies entspricht der Vorhersage der Humankapitaltheorie, die Bildung als Investition in Kompetenzen betrach- 1 Die Bedeutung der direkten Bildungskosten wird dann offensichtlich, wenn man sich bspw. die Entscheidungssituation einer Person vor Augen führt, die vor der Wahl steht, an einer prestigeträchtigen Spitzenuniversität mit Semestergebühren von 25’000 Franken zu studieren oder an einer staatlichen Universität den Abschluss zu einem Fünftel dieses Prei- ses zu erlangen. Die Grafik 219 zeigt den prozentualen Einkom- mensanstieg, den eine Person mit einem zusätzlichen Bildungsniveau erwarten kann. In der Schweiz liegt die private Bildungsrendite pro zusätzliches Schuljahr zwischen 6 und 9%. D.h. eine Frau mit einem Lehrabschluss würde im Durchschnitt rund 20% (durchschnittliche Lehrdauer x 6.2%) mehr verdienen als eine Frau ohne nachobligatorische Ausbildung. Eine Frau mit einem Universitätsabschluss verdient rund 50% (durchschnittlich 8 Jahre längere Bildungs- dauer x 6,5%) mehr als eine Frau ohne nach- obligatorische Ausbildung.