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SKBF-CSRE Bildungsbericht 2010 DE

79 Bildungsbericht Schweiz | 2010 Vorschul- und Primarstufe Effizienz / Kosten gut bewältigten, etwas mehr als ein Drittel mittelmässig und knapp ein Sieb- tel mit Schwierigkeiten. Als Kriterien galten die Anpassung an den Schul- alltag, der Beziehungsaufbau zur Lehrperson, das Gewöhnen an Hausauf- gaben. Individuelle Ressourcen der Kinder selbst (Gewissenhaftigkeit und schulisches Vorwissen), familiäres Sozialkapital (ältere Geschwister, emo- tional naher Erziehungsstil) und Erfahrungen in ausserfamiliären und au- sserschulischen Lernräumen (Kinderkrippe, Sportunterricht) begünstigten einen erfolgreichen Schuleintritt (Kriesi, Scherrer & Buchmann 2008). Unter dem Effektivitätsaspekt betrachtet, sollten beim Übertritt Fehl- zuteilungen vermieden werden. Dass die auf dem Lehrpersonenurteil (und dem Elternwunsch) basierenden Übertrittsentscheide jedoch ungenaue Prognosen für die Leistungsfähigkeit der Lernenden auf der Sekundarstu- fe I sind, belegen die PISA-Untersuchungen. Sie zeigen immer wieder gro- sse Kompetenzüberschneidungen nach Schultyp der Sekundarstufe I auf ( Kapitel Sekundarstufe I, Seite 89). Gut belegt ist in der Schweiz auch der Einfluss des sozio-ökonomischen und -kulturellen Hintergrunds auf den Übertritt von der Primarstufe in die Sekundarstufe I (Coradi Vellacott & Wolter 2005a; SKBF 2006). Deut- lich weniger untersucht sind dagegen strukturelle Einflussfaktoren sowie Wirkungen des Übertrittsprozesses. Verschiedene Untersuchungen wei- sen darauf hin, dass Chancen und Risiken am Übertritt je nach Kanton bzw. Struktur des schulischen Angebots auf der Sekundarstufe I und je nach Ver- fahren beim Übertritt unterschiedlich verteilt sind (Kronig 2007; Baeriswyl, Wandeler, Trautwein et al. 2006) ( Equity, Seite 82). Effizienz/Kosten Um die Effizienz des Mitteleinsatzes im Vorschul- und Primarstufenbereich einschätzen zu können, müsste Klarheit darüber bestehen, wie die Effektivi- tät dieser ersten Stufen im Bildungswesen adäquat gemessen werden kann, und es müssten entsprechende Daten vorliegen. Selbst wenn vergleichbare Daten zu Schülerleistungen (Output) greifbar wären, was nicht der Fall ist ( Effektivität, Seite 75), würde dies nicht genügen, da die schulischen Leis- tungen nur einen Teil der Wirkungen von Bildungsprozessen abbilden. Andere Aspekte, wie bspw. Persönlichkeitsentwicklung, Sozialisation und Enkulturation werden damit nicht erfasst. Ein weiteres Problem besteht darin, dass der Input nur schwer zu erfassen ist (z.B. Qualifikation und Er- fahrung der Lehrpersonen oder Qualität von Lehrplänen) und die vorhan- denen Angaben zu den eingesetzten Mitteln globaler Natur sind und somit nicht einzelnen Wirkungen zugeordnet werden können. Vor dem Hintergrund internationaler Studien zum Nutzen von Investi- tionen in frühe Bildungsprozesse werden zunächst die Kosten im Vorschul- und Primarstufenbereich dargestellt und verglichen (international und zwi- schen den Kantonen). Dabei soll auch nach Gründen für Differenzen gefragt werden. Im Anschluss daran werden einige Massnahmen hinsichtlich ihrer Effizienz beleuchtet.